Zustand geht selten durch einen Unfall verloren, meist durch Gewohnheit. Ein häufiger Punkt ist die verschraubte Krone: Wird sie nach dem Stellen nicht vollständig eingedreht, ist die Uhr im Wasser ungeschützt. Feuchtigkeit zeigt sich dann oft erst als Schleier unter dem Glas oder als Fleck am Zifferblattrand - ein Schaden, der schwerer wiegt als jede Gebrauchsspur, weil er die Originalteile angreift.
Dichtungen altern unabhängig davon, ob die Uhr getragen wird; wer sie ins Wasser mitnimmt, lässt die Dichtheit prüfen, statt sich auf das Alter zu verlassen. Das Band ist der zweite Punkt: Stifte und Glieder verlieren Material, und ein gedehntes Band lässt sich nicht zurückdrehen. Wer Glieder herausnimmt, hebt sie samt Schrauben auf, denn sie gehören zur Uhr und werden beim Verkauf verlangt.
Geht eine Uhr plötzlich deutlich vor, muss das kein Defekt sein - sie kann magnetisiert sein, was sich prüfen und beheben lässt, bevor man an größere Arbeiten denkt. Und eine Uhr, die über Jahre ungetragen liegt, kommt nicht mit besserem Gangverhalten zurück, sondern mit gealterten Ölen.