Stücke aus einer Auflösung haben oft Jahre unbewegt gelegen, und das hinterlässt Spuren, die man von außen nicht sieht. Schmieröle in mechanischen Werken verharzen; ein Werk, das dann angetrieben wird, läuft trocken und trägt Lagersteine und Zapfen ab. Eine Uhr, die nach langer Standzeit zwar anläuft, aber stark nachgeht oder nach wenigen Stunden stehenbleibt, ist kein Reparaturfall, sondern ein Revisionsfall.
Dichtungen altern unabhängig vom Tragen: Was vor zwanzig Jahren dicht war, ist es heute nicht mehr, auch wenn die Uhr unbenutzt lag. Wasserkontakt bei ungeprüften Altbeständen ist deshalb eine häufige vermeidbare Schadensursache. Fünf Arbeiten decken den üblichen Bedarf ab: Revision, Aufbereitung, Batteriewechsel, Bandwechsel und das Ziehen von Bandgliedern.
Ob sich eine Revision vor dem Verkauf lohnt, ist eine Rechenfrage und keine Regel: Bei gefragten Referenzen findet sie sich meist im Preis wieder, bei einfacher Ware selten. Verlangen Sie ausgetauschte Originalteile zurück, auch wenn sie verschlissen aussehen - bei älteren Stücken gehört ein originales Zifferblatt zum Wert, das frische Ersatzteil dagegen nicht.