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100% Authentifiziert Versicherter Versand 5 Jahre Garantie
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Kaufen & Bezahlen

Hier finden Sie Antworten zu allem, was vor dem Klick auf "Kaufen" wichtig ist: wie Zustandsangaben zu lesen sind, was vor dem Versand geprüft wird und welche Rolle Papiere, Service-Historie und Gehäusezustand für den Wert einer Uhr spielen. Wir beschreiben, was wir tatsächlich messen und dokumentieren — und was eine Gebrauchtuhr naturgemäß offen lässt. Wenn eine Angabe in einem Inserat fehlt, fragen Sie nach, bevor Sie kaufen.

Jedes Inserat trägt eine von sechs Noten, und jede ist bei uns fest umrissen. "Neu" heißt fabrikneu und ungetragen, mit vollständigem Lieferumfang und laufender Herstellergarantie. "Neuwertig" ist ungetragen, aber nicht mehr fabrikfrisch — etwa ein Ausstellungs- oder Lagerstück. "Sehr gut" ist getragen und gepflegt: feine Kratzer nur bei direktem Licht erkennbar, Kanten und Fasen unverrundet, Zifferblatt ohne Beanstandung. "Gut" heißt im Tageslicht sichtbare Gebrauchsspuren an Gehäuse und Band bei einwandfreier Technik. "Ausreichend" bedeutet deutliche Gebrauchsspuren, gegebenenfalls ein poliertes Gehäuse mit verrundeten Kanten oder ein gealtertes Zifferblatt. "Mangelhaft" heißt: erhebliche Mängel an Gehäuse, Zifferblatt oder Werk, Instandsetzung erforderlich, Funktion nicht zugesichert. Die Note ordnet ein — sie ersetzt die Beschreibung nicht, denn "sehr gut" bedeutet bei jedem Anbieter etwas anderes. Entscheidend sind für Sie drei Dinge: der Gehäusezustand (sind die Fasen und Kanten noch scharf oder durch Politur verrundet, sind gebürstete Flächen noch in Originalkörnung), der Zifferblatt- und Zeigerzustand (Lackrisse, Feuchtigkeitsspuren, gleichmäßige oder ungleichmäßige Alterung der Leuchtmasse) und der technische Zustand (Gangwerte, Wasserdichtheit, Funktion aller Komplikationen). Jede Beschädigung, die man mit bloßem Auge im Tageslicht sieht, gehört ins Inserat und auf ein Foto. Wenn Sie ein Detail nicht auf einem Bild finden, ist es entweder nicht vorhanden oder nicht dokumentiert — fragen Sie in dem Fall nach.

Bei Uhren, die über unsere Prüfung laufen, messen wir den Gang auf der Zeitwaage in mehreren Lagen — üblich sind sechs: Zifferblatt oben und unten sowie Krone links, rechts, oben und unten. Dokumentiert werden die Gangabweichung in Sekunden pro Tag, die Amplitude bei Vollaufzug und nach etwa 24 Stunden sowie der Abfallfehler. Ein gesundes mechanisches Werk zeigt bei Vollaufzug in der Regel eine Amplitude im Bereich um 270 bis 310 Grad und einen Abfallfehler unter etwa einer Millisekunde; deutlich niedrigere Amplituden oder große Lagendifferenzen deuten auf verharztes Öl, Lagerspiel oder eine schwache Zugfeder hin. Diese Werte sind eine Momentaufnahme des Ist-Zustands, keine Zusicherung einer bestimmten Ganggenauigkeit im Alltag.

Die auf dem Gehäuseboden aufgedruckte Angabe beschreibt den Zustand ab Werk, nicht den Zustand nach zehn oder vierzig Jahren. Dichtungen an Boden, Krone und Glas altern, werden hart und verlieren ihre Rückstellkraft; sie werden bei jedem Öffnen des Gehäuses getauscht, nicht wiederverwendet. Sofern eine Druckprüfung durchgeführt wurde, weisen wir aus, ob trocken (Über- und Unterdruckmessung der Gehäuseverformung) oder nass (Wassertank mit Blasenkontrolle) geprüft wurde und bis zu welchem Druck. Ohne aktuelle Prüfung gilt eine gebrauchte Uhr als spritzwasserabweisend und nicht mehr — gehen Sie mit ihr nicht schwimmen, bevor die Dichtheit erneut festgestellt wurde.

Papiere sind vor allem ein Herkunftsnachweis: Sie belegen Erstverkaufsdatum und Händler und lassen sich mit der Referenz- und Seriennummer am Gehäuse abgleichen. Stimmen die Nummern auf Karte, Rechnung und Gehäuse nicht überein, ist das ein ernstzunehmender Hinweis und kein Formfehler. Eine Service-Rechnung mit ausgewiesenen Arbeiten und getauschten Teilen ist im Zweifel aussagekräftiger als die Originalbox, weil sie den technischen Werdegang der Uhr dokumentiert. Fehlende Papiere machen eine Uhr nicht unverkäuflich, wirken sich aber spürbar auf den Preis aus — besonders bei gefragten Sportmodellen.

Achten Sie auf die Übergänge: Bei einem originalen Gehäuse treffen gebürstete und polierte Flächen an einer scharfen Kante aufeinander, etwa an den Fasen der Bandanstöße oder an der Lünettenkante. Ist diese Kante weich und verrundet, die Bandanstöße wirken dünn und die Gravur auf dem Boden flach, wurde Material abgetragen — Politur entfernt Metall, sie füllt nichts auf. Ein weiterer Hinweis sind gebürstete Flächen mit unregelmäßiger oder falscher Kornrichtung, die von einer nachträglichen Bearbeitung mit dem Schwabbel stammen. Bei Vintage-Uhren ist ein unpoliertes Gehäuse mit Kratzern dem geglätteten fast immer vorzuziehen, und wir empfehlen ausdrücklich, es so zu belassen.

Uhren bis in die späten 1990er Jahre tragen häufig Tritium, erkennbar an Zifferblattkennzeichnungen wie "T SWISS MADE T". Tritium hat eine Halbwertszeit von gut zwölf Jahren und leuchtet heute praktisch nicht mehr; es altert farblich zu cremefarbenen bis bräunlichen Tönen. Danach folgten Luminova und Super-LumiNova, die nicht selbst zerfallen, sondern nach Lichtaufnahme nachleuchten und farblich deutlich stabiler bleiben. Eine gleichmäßige Alterung aller Indizes und der Zeiger spricht für Originalität; einzelne auffällig helle Punkte deuten auf nachträglich ergänzte oder ausgetauschte Teile hin, was im Inserat stehen sollte.

Bei gebrauchten Uhren, die von Privatpersonen stammen, kommt regelmäßig die Differenzbesteuerung nach § 25a UStG zur Anwendung. Versteuert wird dabei nur die Marge zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis, und die Umsatzsteuer wird auf der Rechnung nicht gesondert ausgewiesen. Für Sie als Privatkäufer ändert das nichts am Endpreis — Sie zahlen den ausgeschriebenen Betrag. Für gewerbliche Käufer bedeutet es allerdings, dass aus einer solchen Rechnung kein Vorsteuerabzug möglich ist; achten Sie deshalb im Inserat auf den Hinweis zur Besteuerungsart.

Das hängt davon ab, wer Ihnen die Uhr verkauft. Kaufen Sie bei einem gewerblichen Verkäufer, greift das gesetzliche Widerrufsrecht für Verbraucher; die maßgeblichen Bedingungen finden Sie in der Widerrufsbelehrung des jeweiligen Verkäufers, die Ihnen im Kaufprozess und mit der Bestellbestätigung zugeht. Kaufen Sie dagegen von einer Privatperson, besteht kein Widerrufsrecht — das ist keine Besonderheit unseres Marktplatzes, sondern folgt daraus, dass die gesetzlichen Verbraucherrechte nur gegenüber Unternehmern gelten. Ob ein Inserat privat oder gewerblich ist, wird Ihnen vor dem Kauf angezeigt. Unabhängig davon schützt Sie die Treuhandabwicklung: Ihr Geld wird erst freigegeben, wenn Sie die Uhr erhalten und geprüft haben.