Service
Batteriewechsel
Neue Batterie samt Dichtungsprüfung — nicht nur Deckel auf, Deckel zu.
Der Batteriewechsel ist bei einer Quarzuhr die häufigste Wartung — und die, bei der am meisten schiefgehen kann, wenn sie nebenbei erledigt wird. Wir öffnen das Gehäuse fachgerecht, messen den Stromverbrauch des Werks, tauschen die Zelle und erneuern grundsätzlich die Dichtungen. Anschließend wird das Gehäuse wieder auf Dichtheit geprüft, damit die Uhr nach dem Eingriff nicht schlechter dasteht als vorher.
Woran Sie erkennen, dass es so weit ist
- Die Uhr steht, obwohl sie zuletzt normal lief.
- Der Sekundenzeiger springt in Zwei- oder Vier-Sekunden-Schritten weiter (EOL-Anzeige, End of Life) — die Zelle ist fast leer.
- Die Uhr geht deutlich nach oder bleibt sporadisch stehen und läuft nach Bewegung wieder an.
- Digitalanzeige wird blass, Beleuchtung oder Alarm funktionieren nicht mehr.
- Die letzte Batterie liegt mehr als drei bis vier Jahre zurück — auch wenn die Uhr noch läuft, steigt das Auslaufrisiko.
- Chronograph-Zeiger lassen sich nicht mehr sauber nullstellen oder der Zeiger hakt beim Rückstellen.
So gehen wir vor
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Eingangskontrolle und Dokumentation
Wir erfassen den Ist-Zustand: Gangverhalten, Funktion aller Drücker und Zeiger, Zustand von Glas, Gehäuse und Band. Vorhandene Kratzer und Gebrauchsspuren werden fotografisch festgehalten, damit später nachvollziehbar ist, was vor dem Eingriff bereits vorhanden war. Bei verschraubten Kronen prüfen wir, ob das Gewinde sauber greift.
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Gehäuse öffnen
Je nach Bauart mit Dreibackenöffner für verschraubte Böden, mit Gehäusemesser für gedrückte Böden oder durch Lösen der Bodenschrauben. Schneidkanten und Nüsse werden auf die Bodenverzahnung abgestimmt, damit keine Rundschläge oder Hebelspuren entstehen. Uhren mit Frontlader werden vom Glas her geöffnet, nicht vom Boden.
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Werk prüfen und messen
Vor dem Tausch messen wir die Spannung der alten Zelle und den Stromverbrauch des Werks. Ein Werk, das deutlich über seinem Sollverbrauch liegt, hat ein mechanisches oder elektrisches Problem — dann hilft eine neue Batterie nur kurzfristig. Wir kontrollieren außerdem Batteriefach und Kontaktfeder auf Korrosion und Auslaufspuren einer alten Zelle.
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Zelle tauschen und Kontakte reinigen
Die neue Zelle wird nach Herstellerangabe des Werks ausgewählt (Typ, Bauhöhe, Chemie) und ausschließlich mit Kunststoff- oder Messingpinzette gehandhabt, damit keine Fingerfette auf den Pol gelangen. Kontaktfeder und Minuspol werden gereinigt. Werke, die einen Reset benötigen, werden nach dem Einsetzen kurzgeschlossen und neu gestartet; bei Chronographen werden die Zeigernullstellungen anschließend neu referenziert.
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Dichtungen erneuern
Bei jedem Öffnen wechseln wir die Bodendichtung. Kronen- und Drückerdichtungen werden geprüft und bei Bedarf ebenfalls ersetzt. Alle Dichtungen werden mit Silikonfett dünn eingesetzt — nicht getränkt, denn zu viel Fett quillt beim Verschließen aus und wandert ins Gehäuse. Sitzflächen an Boden und Gehäuse werden vorher gesäubert.
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Verschließen und Dichtheitsprüfung
Der Boden wird mit definiertem Drehmoment beziehungsweise mit der passenden Gehäusepresse verschlossen. Anschließend folgt die Trockenprüfung im Druckgerät: das Gehäuse wird mit Überdruck beaufschlagt und die Verformung gemessen. Erst wenn diese unauffällig ist, folgt bei Bedarf die Nassprüfung. Uhren, die die Trockenprüfung nicht bestehen, werden nicht nass geprüft — sonst steht Wasser im Werk.
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Endkontrolle und Gangbeobachtung
Wir prüfen die Gangabweichung über eine Beobachtungszeit, kontrollieren Datumsschaltung, Drücker- und Kronenfunktionen und reinigen Gehäuse und Band von Fingerabdrücken und Rückständen. Auffälligkeiten aus der Strommessung halten wir im Protokoll fest, damit Sie wissen, ob mittelfristig eine Werkrevision ansteht.
Was enthalten ist
Im Preis enthalten
- Fachgerechtes Öffnen des Gehäuses mit auf die Bauart abgestimmtem Werkzeug
- Neue Batterie in der vom Werkhersteller vorgesehenen Bauart und Größe
- Messung von Zellspannung und Stromaufnahme des Werks vor und nach dem Tausch
- Reinigung von Batteriefach, Kontaktfeder und Polflächen
- Neue Bodendichtung; Kronen- und Drückerdichtungen werden geprüft und bei Bedarf ersetzt
- Fetten der Dichtungen mit Silikonfett
- Verschließen mit passendem Werkzeug beziehungsweise definiertem Drehmoment
- Trockene Druckprüfung des Gehäuses, Nassprüfung nach Bedarf
- Neustart beziehungsweise Zeigerreferenzierung bei Werken, die das erfordern
- Funktionskontrolle von Datum, Drückern, Krone und Beleuchtung
- Reinigung der Gehäuse- und Bandaußenflächen von Fingerabdrücken und Rückständen
- Protokoll mit Messwerten und Auffälligkeiten
Nicht enthalten
- Werkrevision, Reinigung des Werks im Ultraschallbad oder Ölwechsel
- Reparatur oder Austausch von Werkteilen — etwa Spule, Schrittmotor, Räderwerk oder Platine
- Instandsetzung nach ausgelaufener Batterie: Korrosionsschäden an Platine, Spule und Kontakten erfordern einen eigenen Kostenvoranschlag
- Austausch von Krone, Tubus oder Drückern, wenn die Dichtheitsprüfung ergibt, dass dort die Undichtigkeit liegt
- Politur, Neuaufbau der Oberflächen oder Beseitigung von Kratzern an Gehäuse und Band
- Austausch von Glas, Lünetteneinlage oder Zifferblatt
- Wiederherstellung der Wasserdichtheit über den Dichtungswechsel hinaus — eine Uhr mit verzogenem Boden, beschädigtem Gewinde oder haarrissigem Glas wird durch neue Dichtungen nicht dicht
- Bandkürzung, Federsteg- oder Bandwechsel
- Aufarbeitung oder Ersatz gealterter Leuchtmasse
Bevor Sie die Uhr einschicken
- Schicken Sie die Uhr vollständig ein, also mit dem montierten Band — die Bandanstöße beeinflussen die Handhabung beim Öffnen und Verschließen.
- Nennen Sie uns, wann die Uhr zuletzt geöffnet wurde und ob sie danach noch im Wasser war. Das entscheidet mit darüber, wie intensiv wir die Dichtungen und Sitzflächen prüfen.
- Beschreiben Sie das Fehlerbild in Ihren Worten: steht die Uhr, springt der Sekundenzeiger in Mehrsekundenschritten, läuft sie nur unregelmäßig? Sporadische Fehler sind für uns schwer zu reproduzieren.
- Falls Sie Papiere, Serviceunterlagen oder einen Hinweis auf das Kaliber haben, legen Sie eine Kopie bei — das erspart uns die Suche nach der passenden Zelle und den Dichtungsmaßen.
- Bei Vintage-Uhren geben Sie bitte ausdrücklich an, wenn Originalteile unbedingt erhalten bleiben sollen — auch dann, wenn eine Dichtung optisch alt aussieht. Wir richten uns danach.
- Verpacken Sie die Uhr gepolstert und versichert. Lose in einem Umschlag transportierte Uhren kommen häufig mit neuen Kratzern an.
Bei Vintage-Uhren
Bei Vintage-Uhren gehen wir bewusst zurückhaltend vor. Gehäuse und Boden bleiben unbehandelt — Patina, weiche Kanten und gewachsene Gebrauchsspuren sind Teil der Uhr und werden nicht "aufgefrischt". Wir polieren nichts und entfernen keine Kratzer. Originalteile bleiben, wo es technisch vertretbar ist, erhalten: Eine gealterte Bodendichtung tauschen wir, weil sie eine Verschleißkomponente ist, aber Kronen, Tuben, Drücker und Kontaktfedern werden nicht vorsorglich ersetzt. Bei älteren Zifferblättern und Zeigern ist die Leuchtmasse — Tritium oder frühe Lumineszenzmassen — spröde und kann bei Erschütterung ausbrechen; Zeiger werden deshalb nur abgezogen, wenn es unumgänglich ist, etwa zur Referenzierung eines Chronographen. Bei Gehäusen mit gedrücktem Boden und dünnem Bodenrand besteht beim Öffnen ein erhöhtes Risiko für Hebelspuren, insbesondere wenn die Kante bereits von früheren Eingriffen gezeichnet ist; wir sprechen das vor dem Öffnen mit Ihnen ab. Sagen Sie uns außerdem, wenn eine bestimmte Zellenchemie oder ein Originalteil ausdrücklich erhalten bleiben soll — wir setzen uns darüber nicht hinweg.