Geprüft wird in einer festen Reihenfolge. Zuerst die Identität der Uhr: Referenznummer und Seriennummer an ihren modellabhängigen Stellen, dazu die Gravuren an Gehäuseboden, Schließe und Bandgliedern. Dann der Zustand unter Vergrößerung: Kanten und Fasen des Gehäuses, Zustand der Lünette, Glas auf Kratzer und Ausbrüche, Zifferblatt und Zeiger auf Feuchtigkeitsspuren, Leuchtmasse auf Vollständigkeit und Farbgleichheit, Spiel zwischen den Bandgliedern.
Danach die Funktion: Aufzug, Zeigerstellung, Datumsschaltung, bei Chronographen Start, Stopp und Nullstellung, bei Drehlünetten die Rastung. Die Gangabweichung wird auf der Zeitwaage in mehreren Lagen gemessen, nicht in einer, weil die Schwerkraft auf die Unruh wirkt und ein einzelner Wert wenig aussagt. Wasserdichtheit klärt eine Übergabe dagegen nicht abschließend; dafür braucht es eine Druckprüfung und gegebenenfalls neue Dichtungen.
Am Ende steht ein Übergabedokument mit Referenz, Seriennummer, festgestelltem Zustand, Lieferumfang und Datum. Was darin aufgenommen ist, dient später als Ausgangspunkt für den Preis und für die Beschreibung im Inserat.