Die Fälle, die tatsächlich zum Abbruch führen, sind feiner. Der häufigste ist das Teilegemisch: echtes Gehäuse, echtes Werk, aber eine nachgemachte Lünetteneinlage, ein fremdes Zifferblatt oder Zeiger aus einer anderen Baureihe. Jedes Teil für sich wirkt unauffällig, die Uhr als Ganzes ist keine mehr.
Der zweite Fall ist das nachgedruckte Zifferblatt. Unter Vergrößerung verrät es sich am weichen Druckbild, an ausgefransten Indexrändern, an Leuchtmasse, die über ihre Aussparung hinaussteht, und an Schriftzügen, die minimal zur Zeigerachse versetzt sitzen.
Der dritte Fall ist kein Betrug, sondern eine falsche Zustandsangabe: das überpolierte Gehäuse. Verrundete Kanten, dünn gewordene Bandanstöße und Punzierungen, die nur noch schemenhaft zu erkennen sind, machen aus einer als ungetragen angebotenen Uhr eine stark überarbeitete. Dazu kommen nachträglich beschichtete Gehäuse, nachträglich gefasste Steine und Nummern, die einander widersprechen: Gehäusenummer gegen Karte, Werkbezeichnung gegen Referenz. Nachgravierte Nummern erkennt man an Zeichenabstand und Gravurtiefe, nicht am Zahlenwert.