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100% Authentifiziert Versicherter Versand 5 Jahre Garantie
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Service

Aufbereitung von Gehäuse und Band

Kratzer entfernen, Oberflächenstruktur wiederherstellen.

Preis Auf Anfrage
Dauer 1 bis 2 Wochen

Bei der Aufbereitung arbeiten wir Gehäuse, Band und Schließe optisch auf: Kratzer werden ausgeschliffen, die ursprüngliche Oberflächenstruktur aus gebürsteten und polierten Flächen wird wiederhergestellt, Bandglieder werden im Ultraschallbad gereinigt. Das ist eine rein äußerliche Arbeit — das Werk wird dabei nicht zerlegt und nicht reguliert. Jedes Polieren trägt Material ab, deshalb legen wir vorher mit Ihnen fest, wie weit wir gehen: von der reinen Reinigung mit Auffrischen der Schliffe bis zur vollständigen Aufbereitung.

Woran Sie erkennen, dass es so weit ist

  • Feine Kratzer und Schleifspuren auf den polierten Flanken oder der Lünette, die im Streiflicht sichtbar werden
  • Die gebürsteten Flächen auf Gehäuseoberseite und Bandgliedern wirken stumpf, verlaufen oder sind teilweise blankgerieben
  • Schwarze Ablagerungen und Hautfett in den Bandgliedern und zwischen den Hörnern, die sich mit einem Tuch nicht entfernen lassen
  • Das Band hat spürbares Spiel, klappert seitlich oder wirkt "ausgeleiert" — hier steckt oft Verschleiß an Stiften und Hülsen dahinter, nicht nur Verschmutzung
  • Dellen an den Bandanstößen oder eine Druckstelle am Gehäuserand, meist von einem Sturz oder Anstoßen an Türrahmen
  • Sie möchten die Uhr verkaufen und ein sauberer optischer Zustand soll dokumentiert sein

So gehen wir vor

  1. Eingangsdokumentation und Abstimmung des Umfangs

    Wir fotografieren die Uhr in mehreren Ansichten im Streiflicht, damit der Ausgangszustand nachvollziehbar bleibt. Anschließend besprechen wir den Umfang: Welche Flächen sollen bearbeitet werden, welche bleiben unberührt. Gravuren, Referenz- und Seriennummern zwischen den Hörnern, Kanten und Fasen sowie Bezeichnungen auf der Lünette sind besonders empfindlich — diese Bereiche werden maskiert oder ausgespart, weil dort schon geringer Materialabtrag die Kontur verändert.

  2. Zerlegen von Band, Gehäuse und Glas

    Das Band wird abgenommen. Federstege werden mit dem Federstegwerkzeug ausgehebelt, Schraubstege gelöst und die Schrauben separat abgelegt — beides muss vor der Bearbeitung raus, sonst setzen sich Poliermittelreste in den Hörnerbohrungen fest. Bei Metallbändern werden Glieder, Stifte und Hülsen einzeln getrennt. Das Werk wird aus dem Gehäuse genommen und getrennt gelagert, damit weder Schleifstaub noch Feuchtigkeit hineingelangen. Ist das Glas verpresst oder verklebt, entscheiden wir im Einzelfall, ob es demontiert wird.

  3. Reinigung im Ultraschallbad

    Gehäuseteile, Bandglieder und Schließe laufen mehrstufig im Ultraschallbad: erst in wässriger Tensidlösung, dann in einem Spülgang, anschließend Trocknung. Der Ultraschall löst die Ablagerungen aus den Zwischenräumen der Bandglieder und aus dem Gewindegang der Krone, an die man mechanisch nicht herankommt. Kunststoffteile, geklebte Verbindungen und lackierte oder emaillierte Flächen bleiben aus dem Bad heraus, ebenso alles, was mit Lume beschichtet ist.

  4. Ausschleifen von Kratzern und Dellen

    Tiefere Kratzer werden mit abgestufter Körnung ausgeschliffen, beginnend beim gröbsten notwendigen Schritt und dann feiner werdend. Dabei wird nicht punktuell auf der Kratzerstelle gearbeitet, sondern über die ganze Fläche bis zur begrenzenden Kante — sonst entsteht eine Mulde. Dellen an Kanten lassen sich nur begrenzt korrigieren: Um sie ganz zu entfernen, müsste soviel Material abgetragen werden, dass die Kante ihre Schärfe verliert. Wir stimmen ab, ob eine sichtbare Restspur der besseren Kontur vorzuziehen ist.

  5. Wiederherstellung der Oberflächen: gebürstet und poliert getrennt

    Jede Fläche bekommt die Struktur zurück, die sie ab Werk hatte. Gebürstete Flächen werden mit gleichmäßigem Strich in der ursprünglichen Laufrichtung nachgezogen — bei Gehäuseoberseiten meist längs, bei Bandgliedern häufig quer zur Bandrichtung. Polierte Flanken und Fasen werden mit weichen Scheiben und Polierpaste auf Hochglanz gebracht. Entscheidend ist die saubere Trennlinie zwischen beiden Zonen: Eine verwaschene Kante zwischen Strich und Politur ist das erste, woran man eine unsaubere Aufbereitung erkennt. Zwischen den Arbeitsgängen wird gereinigt, damit keine gröbere Paste in den feineren Schritt verschleppt wird.

  6. Band prüfen, Dichtungen erneuern, Montage

    Vor der Montage prüfen wir Stifte, Hülsen und Schließe auf Verschleiß. Bandspiel kommt meist von ausgeschlagenen Hülsen, nicht von den Gliedern — das lässt sich durch Polieren nicht beheben, sondern nur durch Ersatzteile. Da das Gehäuse geöffnet war, werden die Dichtungen an Boden, Krone und gegebenenfalls Glas grundsätzlich erneuert; eine alte Dichtung wird beim Wiedereinsetzen nie so dicht wie zuvor. Anschließend wird das Werk eingeschalt, das Gehäuse verschlossen und das Band mit neuen oder geprüften Stegen montiert.

  7. Dichtheitsprüfung und Endkontrolle

    Nach dem Verschließen folgt eine Trockenprüfung im Druckprüfgerät: Die Uhr wird mit Druck beaufschlagt, und über die Gehäuseverformung wird erkannt, ob Luft ein- oder austritt. Bei Bedarf ergänzen wir eine Nassprüfung. Zum Abschluss kontrollieren wir unter Lupe und im Streiflicht die Übergänge zwischen den Oberflächen, den Sitz von Glas und Boden, die Bandbeweglichkeit und die Funktion der Schließe. Sie erhalten Abschlussfotos in denselben Ansichten wie bei der Eingangsdokumentation.

Was enthalten ist

Im Preis enthalten

  • Fotodokumentation im Streiflicht vor und nach der Arbeit
  • Zerlegen von Band, Gehäuse und Schließe; Entnahme des Werks
  • Mehrstufige Reinigung im Ultraschallbad einschließlich Bandglieder, Schließe und Kronengewinde
  • Ausschleifen von Kratzern in abgestufter Körnung, soweit ohne Konturverlust möglich
  • Wiederherstellung der werksseitigen Oberflächentrennung: Strich auf gebürsteten Flächen, Politur auf polierten Flächen und Fasen
  • Erneuerung der Gehäusedichtungen an Boden und Krone, da das Gehäuse geöffnet wurde
  • Dichtheitsprüfung im Druckprüfgerät (trocken), bei Bedarf zusätzlich nass
  • Sichtprüfung von Bandstiften, Hülsen und Schließenmechanik mit Rückmeldung an Sie
  • Endkontrolle unter Lupe, Montage mit geprüften oder neuen Federstegen

Nicht enthalten

  • Zerlegen, Reinigen und Ölen des Werks — das ist eine Revision und wird separat beauftragt
  • Regulierung: Gangabweichung in s/Tag, Amplitude, Abfallfehler und Lagenprüfung werden hier weder gemessen noch eingestellt
  • Ersatzteile für Band und Schließe (Stifte, Hülsen, Bandglieder, Federn) — Bedarf wird gemeldet und separat abgestimmt
  • Austausch von Glas, Lünetteneinlage, Zeigern oder Zifferblatt
  • Neubeleuchtung: gealterte oder ausgefallene Leuchtmasse wird nicht erneuert; Tritium und alte Lume-Beschichtungen bleiben unverändert
  • Nachbearbeitung von Gravuren, Seriennummern und Herstellerbezeichnungen
  • Entfernen tiefer Dellen oder Sturzschäden, wenn dafür die Gehäusekontur aufgegeben werden müsste
  • Beseitigung von Korrosionsnarben, die tiefer als der zulässige Materialabtrag reichen
  • Arbeiten an Lederbändern außer Reinigung — Leder wird bei Verschleiß ersetzt, nicht aufbereitet
  • Aussage zur Wasserdichtheit im Tauchbetrieb: die Druckprüfung dokumentiert den Zustand am Prüftag, sie ist keine Freigabe zum Tauchen

Bevor Sie die Uhr einschicken

  • Sagen Sie uns, wie weit wir gehen sollen: nur reinigen und die Schliffe auffrischen, oder Kratzer vollständig ausschleifen. Bei Unsicherheit entscheiden wir uns im Zweifel für den geringeren Materialabtrag und fragen nach.
  • Nennen Sie Stellen, die unberührt bleiben sollen — Gravuren, ein bestimmter Kratzer mit Geschichte, eine gealterte Lünette. Was einmal weg ist, kommt nicht zurück.
  • Schicken Sie das Band mit, auch wenn Sie es gerade nicht tragen. Gehäuse und Band müssen zusammen bearbeitet werden, sonst passen die Oberflächen hinterher optisch nicht mehr zueinander.
  • Legen Sie vorhandene Ersatz- und Restglieder bei. Werden Glieder unterschiedlich stark bearbeitet, fallen die Unterschiede später auf.
  • Sagen Sie uns, ob das Gehäuse schon einmal poliert wurde und ob Ihnen etwas darüber bekannt ist. Mehrfach bearbeitete Gehäuse haben weniger Material in Reserve, das ändert unsere Vorgehensweise.
  • Melden Sie bekannte Vorschäden: eingedrungene Feuchtigkeit, ein Sturz, ein klemmender Boden oder ein bereits getauschtes Teil.
  • Uhrenbox, Papiere und Wertgegenstände behalten Sie bitte bei sich. Für die Arbeit brauchen wir nur die Uhr und das Band.

Bei Vintage-Uhren

Bei Vintage-Uhren ist Zurückhaltung die Regel, nicht die Ausnahme. Wir gehen im Zweifel den kleineren Schritt: reinigen, Schliffe vorsichtig auffrischen, aber nicht durchpolieren. Gründe dafür sind konkret. Erstens die Gehäusekontur: Scharfe Fasen, kantige Hörner und die originale Gehäusehöhe sind bei alten Referenzen ein wesentliches Bewertungskriterium, und viele dieser Uhren wurden in ihrem Leben bereits mehrfach poliert — die Materialreserve ist begrenzt und verbraucht sich. Zweitens die Patina: Gleichmäßig nachgedunkelte Oberflächen, eine verblasste Lünetteneinlage und vergilbte Leuchtmasse gelten am Markt nicht als Mangel, sondern als Beleg für einen unangetasteten Zustand. Ein aufgefrischtes Gehäuse an einer ansonsten originalen Uhr wirkt uneinheitlich und kann sich beim Verkauf gegen Sie wenden. Drittens die Originalteile: Alte Schrauben, Stege, Boden und Bandglieder bleiben an der Uhr, auch wenn sie Gebrauchsspuren tragen. Wo ein Teil funktional ersetzt werden muss, verwahren wir das Original und geben es Ihnen mit. Ausgeschlagene Hülsen bei alten Bändern behandeln wir konservativ — ein bewusst getragenes Band mit etwas Spiel ist besser als ein Bandbild aus neuen Gliedern. Wenn Sie unsicher sind, welche Bearbeitungstiefe für Ihre Uhr richtig ist, dokumentieren wir zuerst und stimmen ab; die Arbeit beginnt erst danach.

Häufige Fragen

Das hängt vom Zustand ab. Oberflächliche Trage- und Schleifspuren lassen sich mit sehr feiner Körnung und Politur entfernen; der Abtrag ist dann gering und die Kanten bleiben unangetastet. Tiefe Kratzer und Dellen erfordern gröbere Vorarbeit, und hier wird es kritisch: Fasen und Kanten verlieren an Schärfe, Hörner werden mit der Zeit schmaler und runder. Ein Gehäuse verträgt diese Behandlung nur eine begrenzte Zahl von Malen. Deshalb ist die Frage nicht, ob wir polieren können, sondern ob es sich für diese konkrete Uhr lohnt. Wir sagen Ihnen unsere Einschätzung vorher.

Nein. Die Aufbereitung ist eine rein äußerliche Arbeit. Das Werk wird zwar aus dem Gehäuse genommen, aber nicht zerlegt, nicht gereinigt und nicht geölt. Gangabweichung in s/Tag, Amplitude und Abfallfehler bleiben unverändert. Wenn Ihre Uhr nachgeht, stehenbleibt oder in verschiedenen Lagen unterschiedlich läuft, brauchen Sie eine Revision — die Aufbereitung ändert daran nichts. Beides lässt sich sinnvoll kombinieren, weil das Gehäuse ohnehin geöffnet werden muss.

Wir erneuern die Dichtungen an Boden und Krone grundsätzlich, weil das Gehäuse geöffnet war, und prüfen anschließend im Druckprüfgerät trocken, bei Bedarf zusätzlich nass. Das Ergebnis dokumentiert den Zustand am Prüftag. Es ist keine Zusicherung für den Dauerbetrieb: Dichtungen altern, die Krone kann unbemerkt offen bleiben, und ein Stoß gegen das Glas verändert die Lage. Wer regelmäßig mit der Uhr schwimmt oder taucht, sollte die Dichtheit in festen Abständen erneut prüfen lassen. Ist das Glas verpresst und sitzt fest, prüfen wir dessen Dichtsitz mit, tauschen die Glasdichtung aber nur bei Auffälligkeiten.

Nein, nicht durch Reinigen und Polieren. Ein klapperndes Metallband hat in aller Regel ausgeschlagene Hülsen oder verschlissene Stifte — der Verschleiß sitzt innen in den Verbindungen, nicht auf der Oberfläche. Das Band wirkt nach der Aufbereitung sauber und glänzend, hat aber dasselbe Spiel wie vorher. Wir prüfen die Verbindungen beim Zerlegen und melden Ihnen, was gewechselt werden müsste. Ersatzteile und deren Einbau sind nicht Teil der Aufbereitung und werden separat abgestimmt.

Der Unterschied liegt weniger im Glanz als in der Struktur. Wird eine Uhr nur mit der Polierscheibe überfahren, verschwinden die gebürsteten Flächen: Alles glänzt, aber die Trennlinien zwischen Strich- und Polierzonen sind verwaschen und die Kanten verrundet. Das sieht auf den ersten Blick eindrucksvoll aus und ist für Kenner sofort erkennbar — und bei einem späteren Verkauf ein Wertthema. Wir arbeiten die Flächen getrennt: Strich in der ursprünglichen Laufrichtung, Politur nur dort, wo sie ab Werk war, und mit möglichst scharfem Übergang dazwischen.

Weder noch. Gealterte Leuchtmasse — Tritium bei älteren Uhren, aber auch früheres Super-LumiNova — ist mechanisch empfindlich und löst sich bei Reinigung oder Kontakt leicht ab. Ein einzelner fehlender Leuchtpunkt kostet mehr Wert, als der optische Gewinn wert wäre. Die gleichmäßige Vergilbung ist bei vielen Sammlern zudem ausdrücklich erwünscht. Wir lassen Zifferblatt und Zeiger deshalb unberührt und arbeiten nur an Gehäuse, Band und Schließe. Eine Neubeleuchtung bieten wir im Rahmen dieser Leistung nicht an.

Wir halten an und melden uns, bevor weitergearbeitet wird. Typische Fälle: Korrosionsnarben unter dem Boden, ein Riss im Gehäuse, ein bereits ersetztes Nichtoriginalteil oder Feuchtigkeitsspuren am Werk. Sie bekommen Fotos und unsere Einschätzung, was das für den weiteren Umfang bedeutet. Ohne Ihre Freigabe wird der abgestimmte Rahmen nicht überschritten.