Der Zustand wird nicht nach Gefühl beurteilt, sondern an den Stellen, die Material verlieren: Gehäusekanten, Fasen, Oberseite der Bandanstöße, Rand des Gehäusebodens. Dazu kommen Details, die viele übersehen, etwa das Spiel im Band, die Generation der Schließe und die Frage, ob Lünetteneinsatz, Glas und Zifferblatt zur Referenz gehören oder aus einem späteren Service stammen. Solche Fragen entscheidet kein Merkmal allein, sondern der Abgleich mehrerer: Passen Schliff, Tiefe der Gravuren und Alterung zueinander?
Beim Zifferblatt kommt die Leuchtmasse hinzu: Tritium mit dem entsprechenden Aufdruck unterhalb der Sechs, später Luminova und Super-LumiNova, heute Chromalight. Ein nachgedunkeltes Tritiumblatt mit gleichmäßiger Patina wird anders eingeordnet als ein im Service getauschtes Blatt in Neuoptik.
Der Lieferumfang verschiebt das Ergebnis noch einmal: Papiere mit derselben Seriennummer, Originalbox, Anhänger, Zusatzglieder und Servicebelege ergeben ein anderes Bild als eine Uhr ohne Vorgeschichte. Materialien bestimmen den Sockel, Edelstahl, Stahl-Gold-Kombinationen, Weiß- oder Everose-Gold, aber selten das letzte Wort.