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Wer zur Zeitumstellung die Uhr umstellen will, liest meist nur den Rat, sie eine Stunde zurückzudrehen. Bei mechanischen Uhren mit Datum greift das zu kurz: Der amtliche Zeitpunkt in der Nacht auf Sonntag, den 25. Oktober 2026, liegt in genau dem Zeitraum, in dem viele Kaliber ihre Datumsschaltung vorbereiten, und dieses Fenster unterscheidet sich von Werk zu Werk. Wir vergleichen die Herstellerangaben, zeigen den Ablauf für Dreizeiger, Flyer- und Caller-GMT, Weltzeit- und Funkuhr und erklären, was ein mittags schaltendes Datum beim Kauf verrät.

1. Der 25. Oktober 2026: was rechtlich passiert

Die Grundlage steht im Einheiten- und Zeitgesetz. Dort heißt es: „Die gesetzliche Zeit ist die mitteleuropäische Zeit. Diese ist bestimmt durch die koordinierte Weltzeit unter Hinzufügung einer Stunde.“ Für die warmen Monate gilt eine eigene Festlegung: „Die mitteleuropäische Sommerzeit ist bestimmt durch die koordinierte Weltzeit unter Hinzufügung zweier Stunden“ (§ 4 EinhZeitG). Mit dem Ende der Sommerzeit schrumpft der Abstand zur koordinierten Weltzeit also von zwei Stunden auf eine. Für Besitzer von Uhren mit zweiter Zeitzone ist genau dieser Abstand die Größe, auf die es später ankommt.

Wann umgestellt wird, regelt der folgende Paragraf nur im Grundsatz: „Die mitteleuropäische Sommerzeit soll jeweils an einem Sonntag beginnen und enden“ (§ 5 EinhZeitG). Die konkreten Termine nennt das österreichische Wirtschaftsministerium in seiner Übersicht, für 2026 lautet der Eintrag „29. März 2.00 Uhr MEZ bis 25. Oktober 3.00 Uhr MESZ“. Die zugrunde liegende Regel fasst das Ministerium in einem Satz zusammen: „Umstellungstag ist jeweils der letzte Sonntag im März und im Oktober!“ (BMWET). In diesem Herbst ist das der 25. Oktober.

Praktisch bedeutet das: Wenn die gesetzliche Zeit in der Nacht auf Sonntag 3 Uhr Sommerzeit erreicht, gilt wieder Normalzeit, und die Anzeige springt auf 2 Uhr zurück. Die Stunde zwischen 2 und 3 Uhr wird in dieser Nacht also zweimal durchlaufen, einmal in Sommerzeit und einmal in Normalzeit. Vernetzte Geräte und Funkuhren vollziehen den Sprung in der Regel selbsttätig. Eine mechanische Uhr dagegen läuft unbeirrt weiter und zeigt ab diesem Moment eine Stunde zu viel an. Die Korrektur bleibt Handarbeit, und die eigentliche Frage lautet, wann man sie erledigt.

Damit ist auch umrissen, worum es in diesem Beitrag nicht geht. Die Kalenderarithmetik eines ewigen Kalenders haben wir an anderer Stelle ausführlich behandelt. Hier geht es um die Bedienung der Krone an den zwei Terminen im Jahr, an denen jede mechanische Uhr ohne Funkempfang von Hand nachgestellt werden muss. Heikel ist das vor allem für Sammler: Wer mehrere Uhren besitzt, stellt sie womöglich hintereinander und in Eile, und kleine Bedienfehler am Datum fallen mitunter erst Tage später auf, etwa wenn das Datum zur Mittagszeit umspringt.

2. Warum man die Uhr nicht um 3 Uhr nachts umstellt

Die gesetzliche Umstellung findet zu einer Uhrzeit statt, zu der kaum jemand wach ist und zu der viele mechanische Werke mit ihrem Datum beschäftigt sind. Das Fachmagazin Watchtime beschreibt den Zusammenhang so: „In der Schaltphase des Datums – etwa zwischen 21:00 und 3:00 Uhr – stehen bei zahlreichen Uhren Teile des Werks mit der Datumsschaltung im Eingriff und könnten durch die Schnellschaltung beschädigt werden“ (Watchtime). Der amtliche Zeitpunkt um 3 Uhr Sommerzeit liegt damit am äußersten Rand dieses Fensters, die Zielzeit 2 Uhr innerhalb.

Nun ist das Zurückstellen der Zeiger nicht dasselbe wie das Verstellen des Datums per Schnellschaltung. Wer nachts dreht, bewegt die Zeiger aber durch einen Bereich, für den manche Hersteller eigene Hinweise geben. Seiko etwa schreibt für das Kaliber 4R34, hier in deutscher Übersetzung: „Wenn Sie die Uhrzeit zwischen 21 Uhr und 3 Uhr des Folgetags stellen, stellen Sie sie zuerst auf einen Zeitpunkt vor 21 Uhr zurück (oder auf einen Zeitpunkt nach 3 Uhr vor) und vergewissern Sie sich, dass das Datum stimmt, bevor Sie die Uhrzeit stellen“ (Seiko). Genau in dieser Spanne liegt der Schritt von 3 auf 2 Uhr. Solche Vorgaben zeigen, dass die Nachtstunden auch beim reinen Zeitstellen Aufmerksamkeit verlangen.

Die naheliegende Konsequenz lautet: Die Umstellung gehört nicht in die Nacht, sondern auf den Sonntagvormittag. Um 10 Uhr Normalzeit zeigt eine noch nicht umgestellte Uhr 11 Uhr an, und man nimmt sie in aller Ruhe eine Stunde zurück. Beide Zeigerstellungen liegen dann außerhalb aller Sperrfenster, die die hier ausgewerteten Anleitungen nennen. In dieselbe Richtung weist Watchtime: „Experten raten dazu, das Datum vorzugsweise zu verstellen, wenn der Stundenzeiger in der unteren Hälfte des Zifferblatts steht – also zwischen 6:00 und 12:00 Uhr“ (Watchtime).

Watchtime formuliert die Warnung an anderer Stelle sehr kategorisch. Das muss man nicht übernehmen, um die Logik zu teilen: Die Spanne zwischen 21 und 3 Uhr ist ein ungefährer Richtwert, das Magazin schreibt selbst „etwa“, und keine Konstante der Mechanik. Die Herstellerangaben im nächsten Abschnitt fallen teils enger, teils früher aus. Wo die Anleitung des Herstellers eine engere oder breitere Zone nennt, gilt die Anleitung. Wer sie nicht zur Hand hat, verliert nichts, wenn er die Umstellung in den Tag verlegt, denn eine Uhr, die bis zum Frühstück eine Stunde vorgeht, richtet keinen Schaden an.

3. Die Datumsschaltzone: je Kaliber ein anderes Fenster

Wie verschieden die Fenster ausfallen, zeigt der Vergleich der Anleitungen. Grand Seiko schreibt für die Kaliber 9S85, 9S68, 9S65 und 9S27 in deutscher Übersetzung: „Stellen Sie das Datum nicht zwischen 22 Uhr und 1 Uhr (beim Kaliber 9S27 zwischen 23 Uhr und 1 Uhr).“ Für die Kaliber 9SA5 und 9SC5 nennt derselbe Hersteller andere Zeiten, nämlich „zwischen 21 Uhr und 1 Uhr (beim Kaliber 9SC5 zwischen 20 Uhr und 2 Uhr)“ (Grand Seiko).

Was passiert, wenn man das Fenster missachtet, beschreibt Grand Seiko ebenfalls: „Wird das Datum in diesem Zeitraum gestellt, schaltet das Datum am nächsten Tag möglicherweise nicht weiter, oder es kann ein Schaden entstehen“ (Grand Seiko). Die möglichen Folgen reichen also von einem Datum, das am nächsten Tag stehen bleibt, bis zu einem Schaden, der eine Reparatur nach sich ziehen kann. Bemerkenswert ist die vorsichtige Formulierung mit „möglicherweise“ und „kann“: Der Hersteller beschreibt ein Risiko, keinen zwangsläufigen Defekt. Es lohnt trotzdem nicht, es einzugehen, weil sich das Fenster mit wenig Aufwand umgehen lässt.

Bei anderen Herstellern liegen die Zeiten wieder anders. Für das Seiko-Kaliber 4R34, das nicht zu den Grand-Seiko-Werken gehört, heißt es: „Stellen Sie das Datum nicht zwischen 21 Uhr und 3 Uhr. Wird das Datum in diesem Zeitraum korrigiert, kann das zu Problemen führen, etwa dazu, dass das Datum am nächsten Tag nicht weiterschaltet“ (Seiko). NOMOS Glashütte gibt für das automatische Kaliber DUW 6101 an: „Zwischen 23:15 und 0:45 Uhr kann man das Datum nicht korrigieren.“ Ein versehentlicher Versuch schade dem Werk nicht, weil DUW 6101 entsprechend konstruiert sei (NOMOS Glashütte). Diese Toleranz gilt ausdrücklich für dieses eine Kaliber.

  1. Grand Seiko 9S85, 9S68, 9S65: Kein Datumstellen zwischen 22 und 1 Uhr. Wer das Fenster missachtet, riskiert laut Hersteller, dass das Datum am folgenden Tag nicht weiterschaltet oder dass am Werk ein Schaden entsteht.
  2. Grand Seiko 9S27: Die Zone beginnt eine Stunde später und reicht von 23 bis 1 Uhr. Die Anleitung behandelt das Kaliber im selben Abschnitt wie die drei Automatikwerke, nennt seine Zeiten aber ausdrücklich gesondert.
  3. Grand Seiko 9SA5 und 9SC5: Für das 9SA5 gilt die Spanne von 21 bis 1 Uhr, für das 9SC5 die von 20 bis 2 Uhr. Für Uhrzeiten zwischen 19 und 1 Uhr verlangt die Anleitung zusätzlich den Umweg über 18 Uhr.
  4. Seiko 4R34: Kein Datumstellen zwischen 21 und 3 Uhr. Beim Stellen mit der Krone kann das Datum in genau dieser Spanne wechseln, im normalen Lauf zwischen 23:45 und 0:30 Uhr. Zusammen mit dem 9SC5 ist das unter den hier verglichenen Werken die breiteste Zone.
  5. NOMOS DUW 6101 und DUW 4601: Beim Automatikkaliber 6101 lässt sich das Datum zwischen 23:15 und 0:45 Uhr nicht korrigieren, für das Handaufzugskaliber 4601 nennt die Anleitung den Zeitraum zwischen 19:30 und 0:30 Uhr.

Aus dieser Übersicht folgt keine allgemeine Regel, sondern eine Arbeitsweise. Die engste Zone der hier verglichenen Werke umfasst anderthalb Stunden, die breiteste sechs; die früheste beginnt um 19:30 Uhr, die späteste endet um 3 Uhr. Wer die Herstellerangabe für das eigene Kaliber nicht kennt, behandelt darum in der Regel die gesamte Nacht als Sperrzeit und nutzt den hellen Vormittag. Wer sie kennt, weiß genauer, wie viel Spielraum bleibt, und sieht zugleich, dass 2 Uhr nachts, die Zielzeit der Umstellung, etwa beim 4R34 noch im Fenster liegt.

Die Kaliberbezeichnung findet sich in den Unterlagen der Uhr, bei vielen Modellen auch auf dem Werk hinter einem Sichtboden. Die Anleitungen selbst stellen mehrere Hersteller frei zugänglich bereit; Grand Seiko, Seiko, NOMOS und Junghans etwa veröffentlichen ihre Bedienungsanleitungen online. Wer eine gebrauchte Uhr ohne Unterlagen erworben hat, findet dort in der Regel den passenden Abschnitt. Der Aufwand ist gering im Vergleich zu einer Reparatur der Datumsschaltung, die bei einem Service zusätzliche Teile und Arbeitszeit kosten kann.

4. Zurück über Mitternacht: das Datum geht nicht mit

Eine zweite Eigenschaft vieler Werke macht das nächtliche Zurückstellen heikel, und sie hat mit Beschädigung nichts zu tun. Die Anleitung des Seiko-Kalibers 4R34 formuliert sie unmissverständlich: „Wird die Uhrzeit über einen Tageswechsel hinaus vorgestellt, schaltet auch das Datum weiter. Auch wenn die Uhrzeit über einen Tageswechsel hinaus zurückgestellt wird, wird das Datum nicht zurückgestellt“ (Seiko). Vorwärts über Mitternacht schaltet das Datum also mit, rückwärts bleibt es stehen. Die Datumsschaltung arbeitet in diesem Werk beim Zeitstellen nur in eine Richtung.

Dieselbe Anleitung unterscheidet außerdem zwei Zeitpunkte des Datumswechsels: „Wenn die Uhr läuft, wechselt das Datum gegen Mitternacht (zwischen 23:45 und 0:30 Uhr)“, beim Stellen mit der Krone dagegen zwischen 21 Uhr und 3 Uhr des Folgetags (Seiko). Im Lauf vollzieht sich der Wechsel also knapp um Mitternacht, beim Stellen kann er deutlich früher oder später eintreten. Für die Umstellungsnacht heißt das, dass man beim Drehen nicht verlässlich sagen kann, auf welcher Seite des Datumswechsels die Zeiger gerade stehen.

Ein Beispiel macht die Folge greifbar. Wer in der Nacht auf Sonntag die Uhr eine Stunde zurückdreht, landet beim 4R34 genau in der Spanne, für die Seiko eine Besonderheit beschreibt: „Wird die Uhrzeit auf einen Zeitpunkt zwischen 21 Uhr und 3 Uhr des Folgetags vor- oder zurückgestellt, wechselt das Datum möglicherweise nicht gegen Mitternacht“ (Seiko). Nach 3 Uhr zeigt das Werk laut Anleitung wieder das richtige Datum, bis dahin kann es danebenliegen. Wer dagegen versehentlich über einen ganzen Tag zurückdreht, behält das weitergeschaltete Datum, und die Uhr zeigt einen Tag zu viel, ohne dass irgendein Teil defekt wäre. Bemerkt wird so etwas mitunter erst, wenn jemand das Datum mit einem Kalender vergleicht.

Nicht jede Konstruktion verhält sich so. Bei den Grand-Seiko-Kalibern 9S86 und 9S66 mit unabhängig stellbarem Stundenzeiger geht das Datum in beide Richtungen mit: „Dreht man den Stundenzeiger zwei volle Umdrehungen im Uhrzeigersinn (für 24 Stunden), rückt das Datum um einen Tag vor; dreht man den Stundenzeiger zwei volle Umdrehungen gegen den Uhrzeigersinn, wird das Datum um einen Tag zurückgestellt“ (Grand Seiko). Dort richtet ein Zurückstellen über Mitternacht auch das Datum zurück. Welche Logik in der eigenen Uhr steckt, lässt sich nicht am Zifferblatt ablesen, sondern nur in der Anleitung des Kalibers.

Ist das Datum durch ein solches Missgeschick einen Tag voraus, hilft weiteres Zurückdrehen bei einem Werk wie dem 4R34 nicht. Watchtime beschreibt für eine Uhr, die zwischen 21 und 3 Uhr stehen geblieben ist, einen sauberen Neuanfang: „Drehen Sie die Krone deshalb zuerst einmal über Mitternacht (das Datum schaltet automatisch), dann ungefähr auf die richtige Uhrzeit.“ Danach rät das Magazin, die Zeiger auf 6 Uhr zu stellen und erst dann das Datum zu korrigieren (Watchtime). Bei einer Schnellschaltung, die nur vorwärts arbeitet, führt der Weg zurück zum richtigen Tag in der Regel einmal durch den ganzen Monat.

Marken im Beitrag

Hersteller, deren Anleitungen wir verglichen haben

Von Grand Seiko und NOMOS stammen Angaben zu den Sperrfenstern, von Junghans die Funkuhr, von Rolex und Tudor die GMT-Beispiele. Eine Auswahl der Marken mit Referenzen aus dem laufenden Katalog.

5. Drei Wege für die Dreizeigeruhr mit Datum

Für die klassische Automatikuhr mit Stunde, Minute, Sekunde und Datum gibt es drei praktikable Vorgehensweisen. Alle drei setzen voraus, dass man tagsüber stellt, also außerhalb jedes nächtlichen Schaltfensters. Und alle drei gehen davon aus, dass die Uhr läuft und ausreichend aufgezogen ist, denn eine stehende Uhr muss ohnehin vollständig neu eingestellt werden. Welcher Weg im Einzelfall passt, hängt weniger von Vorlieben ab als davon, was die Anleitung des jeweiligen Kalibers zum Bewegen der Zeiger sagt.

Der erste Weg ist der direkte: am Sonntagvormittag die Krone in die Stellposition ziehen und die Zeiger eine Stunde zurückdrehen. Grand Seiko gibt dazu in den Anleitungen seiner mechanischen Kaliber einen Hinweis zur Feinarbeit: „Aufgrund ihres Räderwerks sollten die Zeiger der mechanischen Uhr, um die Zeit korrekt zu stellen, zunächst einmal ein wenig zurück- und dann vorwärts auf die richtige Zeit gestellt werden“ (Grand Seiko). Man dreht also bewusst ein paar Minuten zu weit zurück und nähert sich der richtigen Zeit dann vorwärts. So steht der Minutenzeiger am Ende genau.

Der zweite Weg stammt aus der Anleitung des Kalibers 9SA5 und ist für Uhrzeiten am Abend gedacht. Liegt die gewünschte Zeit zwischen 19 und 1 Uhr, soll man nach Grand Seiko zuerst auf 18 Uhr zurückgehen und die Zeiger dann im Uhrzeigersinn auf die richtige Zeit vorwärts bewegen (Grand Seiko). Das Prinzip dahinter: Man nähert sich der Zielzeit aus einer unkritischen Stellung von unten. Wer die Umstellung erst am Sonntagabend erledigt, findet hier ein vom Hersteller beschriebenes Verfahren, allerdings ausdrücklich für die Kaliber dieser Anleitung, 9SA5 und 9SC5.

Der dritte Weg kommt ganz ohne Zurückdrehen aus: die Krone ziehen, damit das Werk anhält, und die Uhr eine Stunde stehen lassen, bis die Normalzeit sie eingeholt hat. Das setzt einen Sekundenstopp voraus. Dass eine ganz gezogene Krone die Uhr anhält, beschreibt Watchtime beim sekundengenauen Stellen: „Ziehen Sie die Krone ganz heraus, damit die Uhr nicht weiterläuft“ (Watchtime). Eine Herstellerempfehlung für genau dieses Vorgehen zur Zeitumstellung haben wir in den ausgewerteten Anleitungen nicht gefunden. Wir nennen es darum als Möglichkeit, ohne es zu bewerten.

Bei älteren Uhren ist Zurückhaltung angebracht. Werke ohne Sekundenstopp, Uhren mit Kalenderkomplikationen und Stücke, deren Servicestand unbekannt ist, verhalten sich nicht zwingend wie die hier zitierten modernen Kaliber. Für sie lässt sich aus den Anleitungen anderer Hersteller keine Unbedenklichkeit ableiten. Wer unsicher ist, wählt den Weg, der die wenigsten Bewegungen über die Nachtstunden verlangt, oder fragt vor der Umstellung einen Uhrmacher. Für Uhren mit ewigem Kalender gelten ohnehin eigene Regeln, die wir in einem gesonderten Beitrag behandelt haben.

6. Vormittag oder Abend: der Zwölf-Stunden-Fehler

Ein Zifferblatt mit zwölf Stunden verschweigt eine Information, die das Datumswerk sehr wohl kennt: ob es Vormittag oder Abend ist. Watchtime bringt es auf den Punkt: Der Tag hat 24 Stunden, die Uhr zeigt nur zwölf, und wer beim Einstellen nicht aufpasst, riskiert, dass das Datum „mittags statt um Mitternacht“ springt (Watchtime). Grand Seiko beschreibt denselben Mechanismus nüchtern: „Das Datum wechselt einmal alle 24 Stunden gegen Mitternacht. Ist die Tageshälfte (Vormittag oder Nachmittag) falsch eingestellt, wechselt das Datum deshalb gegen 12 Uhr mittags.“ (Grand Seiko).

Auch NOMOS weist in seiner Anleitung für die Automatikuhren auf diesen Punkt hin. Beim Stellen solle man darauf achten, „ob es sieben Uhr morgens oder abends ist“ (NOMOS Glashütte). Der Satz klingt banal, nennt aber gleich den Grund: damit das Datum nicht versehentlich „mittags schaltet statt um Mitternacht“ (NOMOS Glashütte). Technisch ist die Uhr in diesem Fall in Ordnung; sie zählt korrekt, nur um zwölf Stunden versetzt. Erst wer die Uhr um die Mittagszeit beobachtet, sieht, dass das Datum an dieser Stelle weiterklickt, und hält das leicht für einen Defekt.

Grand Seiko beschreibt einen einfachen Weg, Vormittag und Abend eindeutig zu bestimmen. Man stellt das Datum zunächst auf den Vortag, zieht die Krone in die zweite Position und dreht die Zeiger vorwärts, bis das Datum umspringt: „Wenn das Datum wechselt, steht die Uhrzeit auf Vormittag“ (Grand Seiko). Von diesem Moment an weiß man, dass die Zeiger am Beginn der ersten Tageshälfte stehen, und dreht weiter bis zur aktuellen Uhrzeit, am Nachmittag entsprechend über die Mittagsstellung hinaus. Das Verfahren verlangt einige Umdrehungen der Krone, beseitigt aber jeden Zweifel.

Mit der Zeitumstellung hängt der Fehler auf zwei Arten zusammen. Wer die Uhr nicht eine Stunde zurück, sondern elf Stunden vorwärts dreht, um das Rückwärtsdrehen zu vermeiden, landet bei derselben Zeigerstellung, aber in der falschen Tageshälfte, und das Datum schaltet fortan mittags. Und wer die Uhr länger anhält oder eine stehende Uhr neu startet, muss die Tageshälfte ohnehin neu bestimmen. Leichter haben es Besitzer einer Uhr mit 24-Stunden-Zeiger. Seiko schreibt zum Kaliber 4R34: „Als 24-Stunden-Zeiger genutzt, lässt sich mit ihm prüfen, ob die angezeigte Uhrzeit vormittags oder nachmittags ist“ (Seiko).

7. Flyer-GMT: der Stundenzeiger springt, das Werk läuft

Uhren mit unabhängig stellbarem Stundenzeiger machen die Zeitumstellung zur Sache eines einzigen Rasterschritts. Monochrome erklärt das Prinzip am Beispiel der Tudor Pelagos FXD GMT: Eine Flyer-GMT erlaube es, den Stundenzeiger der Ortszeit in Ein-Stunden-Schritten zu stellen (Monochrome). Der Stundenzeiger springt beim Drehen der Krone in ganzen Stunden vor oder zurück, während das Werk weiterläuft. Was die GMT-Komplikation auf Reisen leistet, leistet sie zweimal im Jahr auch zu Hause.

Die Anleitung der Grand-Seiko-Kaliber 9S86 und 9S66 beschreibt den Vorgang Schritt für Schritt. Mit der Funktion zur Zeitzonenkorrektur lasse sich die Uhr auf die Ortszeit stellen, ohne sie anzuhalten. Für die Krone gilt: „Drehen Sie die Krone langsam und achten Sie darauf, dass sich der Stundenzeiger in Ein-Stunden-Schritten bewegt“ (Grand Seiko). Bewegen sich die übrigen Zeiger dabei ein wenig, ist das laut Anleitung normal: „Beim Stellen des Stundenzeigers können sich die anderen Zeiger leicht bewegen. Dies ist jedoch keine Fehlfunktion.“ Das Datum folgt dem Stundenzeiger, wie im vierten Abschnitt beschrieben, in beide Richtungen.

Auch hier empfiehlt der Hersteller, die Nachtstunden zu meiden. Für das 9S86 heißt es: „Wenn Sie die Uhrzeit irgendwann zwischen 21 Uhr und 1 Uhr stellen, stellen Sie den Stundenzeiger vorübergehend auf 20 Uhr zurück und stellen Sie dann die Uhrzeit“ (Grand Seiko). Wer am Sonntagvormittag stellt, braucht diesen Umweg nicht. Ein Rasterschritt zurück, Krone eindrücken und bei verschraubter Ausführung wieder verschrauben: Mehr verlangt die Umstellung des Stundenzeigers an einer solchen Uhr nicht, weil das Werk dabei nicht anhält und die Sekunde nicht neu gesetzt werden muss.

Eine Entscheidung bleibt beim 24-Stunden-Zeiger. Grand Seiko beschreibt zwei Nutzungsarten: den 24-Stunden-Zeiger als Anzeige für Vormittag und Nachmittag, also als Tag-Nacht-Anzeige der Ortszeit, oder als Anzeige einer zweiten Zone; im zweiten Fall zeigt der Stundenzeiger die Zeit des Aufenthaltsorts und der 24-Stunden-Zeiger die Zeit des Herkunftsorts (Grand Seiko). Wer ihn als Tag-Nacht-Anzeige nutzt, muss ihn nach der Umstellung ebenfalls eine Stunde zurücknehmen; die Anleitung stellt 24-Stunden- und Minutenzeiger dafür gemeinsam in der zweiten Kronenposition, in der der Sekundenzeiger anhält. Zeigt er eine Zone ohne Sommerzeit an, bleibt er unverändert.

Historisch ist das Prinzip älter als die meisten heutigen Modelle. Fratello datiert es bei der Marke Rolex auf die erste GMT-Master II, Referenz 16760, die 1983 erschien; ihr Kaliber 3085 sei das erste Werk in der Geschichte der Modellreihe mit einem unabhängigen 12-Stunden-Zeiger gewesen (Fratello). Für die Zeitumstellung ist diese Bauart besonders bequem, weil sie genau die Bewegung erlaubt, die verlangt ist: eine Stunde zurück, ohne Anhalten und ohne Umweg über die Minute. Wer eine solche Uhr besitzt, erledigt die Umstellung in wenigen Sekunden.

SBGJ203

Grand Seiko SBGJ203 mit Kaliber 9S86

Die Referenz trägt das Automatikkaliber 9S86, dessen Stundenzeiger sich laut Anleitung in Ein-Stunden-Schritten stellen lässt, ohne das Werk anzuhalten. Zur Anzeige gehören außerdem ein 24-Stunden-Zeiger, der wahlweise die Tageshälfte oder eine zweite Zone zeigt, sowie ein Datum, das dem Stundenzeiger in beide Richtungen folgt.

SBGJ203 ansehen

8. Caller-GMT und Weltzeit: was sich verschiebt

Bei der zweiten Bauart, der Caller-GMT, ist es umgekehrt. In deutscher Übersetzung lautet die Definition: „Eine Caller-GMT verfügt im Besonderen über einen GMT-Zeiger, der sich unabhängig stellen lässt“ (Fratello). Der Stundenzeiger lässt sich dagegen nur zusammen mit dem Minutenzeiger stellen. Fratello beschreibt auch die Konsequenz: „Verstellt man die Hauptzeit, dreht sich der GMT-Zeiger mit, wenn auch mit halber Geschwindigkeit“ (Fratello). Wer die Hauptzeit eine Stunde zurückdreht, nimmt den 24-Stunden-Zeiger also um eine Stunde auf seiner eigenen Skala mit. Ob das erwünscht ist, hängt davon ab, welche Zeit dieser Zeiger anzeigen soll.

Zeigt er dieselbe Zone wie die Hauptzeit, etwa als Tag-Nacht-Anzeige, passt nach der Umstellung alles zusammen. Zeigt er eine Zone ohne Sommerzeit oder die koordinierte Weltzeit, stimmt er nach dem Zurückdrehen nicht mehr und muss über seine eigene Verstellung wieder eine Stunde vorgestellt werden. Beim Seiko-Kaliber 4R34 etwa geschieht das in der ersten Kronenposition, in der der Sekundenzeiger weiterläuft; die Krone wird gedreht, bis der 24-Stunden-Zeiger stimmt (Seiko). Stellt die zweite Zone ihre Uhren an einem anderen Tag um, kann die Anzeige für einige Tage abweichen. Der Ablauf am Sonntagvormittag lautet also: Hauptzeit zurück, danach den zweiten Zeiger kontrollieren und bei Bedarf nachführen.

Bei Weltzeituhren kommt eine weitere Ebene hinzu: die Städtescheibe. NOMOS erklärt in seiner Anleitung, dass die Städtecodes seiner Weltzeituhren für Zeitzonen gemäß koordinierter Weltzeit stehen, und zwar „ohne Berücksichtigung der Sommerzeit“ (NOMOS Glashütte). Die Scheibe bildet also die Normalzeiten ab. Für Reisen in der Phase, in der zu Hause Sommerzeit gilt, beschreibt die Anleitung einen eigenen Sonderfall, der mit der Rückkehr zur Normalzeit wieder in den Blick rückt und den man kennen sollte, bevor man an der Krone dreht.

Der Sonderfall beginnt mit dem Satz „Wenn in Ihrer Referenzzone Sommerzeit herrscht“ und betrifft Reisen in eine Zone ohne Sommerzeit. Dann ist die Synchronisierung zu wiederholen, wobei die Zeitscheibe „eine Stunde eher anzeigt als die Hauptanzeige“; dies sei „bei Ihrer Rückkehr in eine Sommerzeitzone“ wieder rückgängig zu machen (NOMOS Glashütte). Ausdrücklich zur Herbstumstellung äußert sich die Anleitung nicht. Naheliegend ist aber, nach dem 25. Oktober zu prüfen, ob Hauptanzeige und Zeitscheibe wieder zusammenpassen, wenn man die Uhr im Sommer nach diesem Sonderfall eingestellt hat. Maßgeblich bleibt der Wortlaut der Anleitung, keine vereinfachte Faustregel.

Dass solche Tabellen Momentaufnahmen sind, sagt Grand Seiko offen. Zur Zeitzonentabelle in der Anleitung heißt es: „Die Zeitunterschiede der einzelnen Regionen und die Anwendung der Sommerzeit beruhen auf dem Datenstand vom Juni 2023. Diese können sich nach Festlegung der Regierungen der jeweiligen Länder oder Regionen ändern“ (Grand Seiko). Dieselbe Anleitung rechnet an einem Beispiel vor, dass Paris acht Stunden hinter Japan liegt, außer in den Sommermonaten, in denen Sommerzeit gilt. Aufgedruckte Zonenangaben auf Lünetten und Scheiben sind deshalb ein Hilfsmittel, keine amtliche Auskunft.

9. Funkuhr: Junghans stellt selbst um

Einen ganz anderen Fall bilden funkgesteuerte Uhren. Der Uhrenhersteller Junghans schreibt in der Anleitung zur FORM MEGA: „Die Umstellung von Sommer- und Winterzeit im Bereich DCF77 und MSF erfolgt bei der Junghans MEGA automatisch“ (Junghans). Die Uhr übernimmt die gültige Zeit aus dem empfangenen Signal und stellt sich in der Umstellungsnacht selbst um. Wer eine solche Uhr trägt, muss am 25. Oktober in der Regel nichts tun, vorausgesetzt, der Empfang funktioniert. Genau an dieser Voraussetzung hängt allerdings, ob die Uhr am Sonntagmorgen die richtige Zeit zeigt.

Den Zeitpunkt der Synchronisation nennt die Anleitung ebenfalls. Für Europa heißt es: „EU – DCF 77: ca. 2:00 Uhr (MEZ) bzw. 3:00 Uhr (MESZ)“ (Junghans). Der Synchronisationsversuch fällt damit in genau die Stunde, in der die gesetzliche Umstellung stattfindet. Als Sender für Europa nennt Junghans „DCF77 in Mainflingen (24 km südöstlich von Frankfurt a. M.)“ (Junghans). Von dort kommt das Zeitsignal, nach dem sich die Uhr richtet; für das Vereinigte Königreich führt die Anleitung den Sender MSF gesondert auf.

Die Automatik hat also eine Bedingung: Empfang. Wird die Synchronisation durch Witterung oder Umwelteinflüsse wie Gewitter oder elektrische Geräte gestört, startet die Uhr laut Junghans einen erneuten „Synchronisationsversuch am darauffolgenden Tag zur selben Uhrzeit“ (Junghans). Für die Umstellungsnacht heißt das: Gelingt der Empfang nicht, zeigt die Uhr am Sonntag womöglich noch Sommerzeit. Die Anleitung empfiehlt, die Uhr zur Synchronisation nicht zu tragen und sie möglichst nicht in der Nähe von elektrischen Geräten, Mobiltelefonen, schnurlosen Telefonen oder Leuchtmitteln mit Transformatoren abzulegen.

Wer am Sonntagmorgen feststellt, dass die Funkuhr noch eine Stunde vorgeht, muss nicht bis zur nächsten Nacht warten. „Eine manuelle Zeitsynchronisation kann jederzeit durchgeführt“ werden, schreibt Junghans; ausgelöst wird sie, indem man den Drücker drei Sekunden lang betätigt (Junghans). Für Reisende gilt eine weitere Einschränkung: Außerhalb der Senderbereiche empfängt die Uhr kein Signal; dort stellt man die Ortszeit laut Anleitung über die App des Herstellers oder über die Krone ein, und dem Reisen in Zeitzonen ohne Funkempfang ist ein eigener Abschnitt gewidmet. Für die Umstellung am 25. Oktober spielt das nur eine Rolle, wenn man sich dann außerhalb dieser Bereiche aufhält.

Aus dem Katalog

Uhren mit zweiter Zeitzone und Weltzeit

Referenzen von Tudor, Rolex und NOMOS mit 24-Stunden-Zeiger oder Weltzeitanzeige aus dem laufenden Katalog. Wie die Zeitumstellung an der einzelnen Uhr abläuft, steht in der Anleitung ihres Kalibers.

10. Käufer, Verkäufer und die Frage, ob die Umstellung bleibt

Für den Gebrauchtkauf einer Uhr haben die beschriebenen Mechanismen eine praktische Seite. Ein Datum, das auf Angebotsfotos nicht zum Aufnahmetag passt, oder eine Uhr, deren Datum bei der Übergabe mittags umspringt, deutet zunächst auf eine Einstellung hin und nicht zwingend auf einen Defekt. Grand Seiko beschreibt genau dieses Verhalten als Folge einer vertauschten Tageshälfte, und die Korrektur lässt sich mit der Anleitung in der Regel selbst vornehmen. Bevor man daraus einen Preisabschlag ableitet oder den Kauf infrage stellt, lohnt es, diese naheliegende Erklärung auszuschließen.

Umgekehrt ist nicht jedes falsch stehende Datum harmlos. Wer bei der Übergabe die Datumsschaltung prüfen will, sollte das außerhalb des Sperrfensters des jeweiligen Kalibers tun und die Zeiger vorher in eine unkritische Stellung bringen. Spürt man beim Drehen einen Widerstand, gilt der Rat von Watchtime: „Forcieren Sie unter keinen Umständen das Weiterdrehen“ (Watchtime). Ein Werk, das außerhalb der Schaltzone hakt, gehört in die Hände eines Uhrmachers; was eine vollständige Revision umfasst, haben wir im Beitrag zu den Service-Intervallen beschrieben.

  1. Kaliber bestimmen: Referenz und Werk aus Papieren oder Inserat übernehmen und die passende Anleitung des Herstellers suchen. Erst sie verrät, in welchem Zeitraum das Datum nicht verstellt werden sollte und ob es beim Zurückdrehen mitgeht.
  2. Tageshälfte klären: Prüfen, ob das Datum um Mitternacht oder um die Mittagszeit wechselt. Springt es mittags, ist die Uhr in der Regel um zwölf Stunden versetzt gestellt und lässt sich nach dem Verfahren der Anleitung neu einstellen; danach das Datum noch einmal prüfen.
  3. Schaltversuch tagsüber: Die Schnellschaltung des Datums nur bei Zeigerstellungen außerhalb der Nachtstunden betätigen, nach dem Rat von Watchtime mit den Zeigern auf 6 Uhr, und dabei auf einen gleichmäßigen Widerstand der Krone achten.
  4. Widerstand ernst nehmen: Hakt die Krone, nicht weiterdrehen. Ein Widerstand außerhalb des Schaltfensters ist ein Hinweis für den Uhrmacher und gehört vor dem Kauf in die Zustandsbeschreibung, nicht in eine Vermutung nach der Übergabe.
  5. Zweite Zeitzone prüfen: Bei GMT- und Weltzeituhren kontrollieren, ob sich Stunden- und 24-Stunden-Zeiger so stellen lassen, wie es die Anleitung beschreibt. Dabei die Bauart unterscheiden: Bei der Flyer springt der Ortszeitzeiger, bei der Caller wird der 24-Stunden-Zeiger separat gestellt.

Verkäufer können solchen Missverständnissen vorbeugen, indem sie Datum und Uhrzeit vor den Aufnahmen korrekt einstellen und dabei die Tageshälfte prüfen. Ein Foto, auf dem das Datum zum Aufnahmetag passt, beantwortet eine Frage, bevor sie gestellt wird. Liegt die Anleitung noch vor, gehört sie zum Lieferumfang; fehlt sie, hilft die Angabe des Kalibers im Inserat der Uhr, damit der Käufer die Herstellerangaben selbst nachschlagen kann. Bei GMT- und Weltzeituhren erspart eine kurze Notiz zur Bauart zudem spätere Rückfragen.

Bleibt die Frage, wie lange die zweimal jährliche Prozedur noch nötig ist. Die Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland hält fest: „Die Kommission hatte im September 2018 vorgeschlagen, diese saisonale Umstellung zu beenden.“ Umgesetzt ist der Vorschlag nicht, wie die Termine für 2026 zeigen. Stattdessen heißt es: „Eine Studie zur Unterstützung der Entscheidungsfindung wurde in Auftrag gegeben und wird voraussichtlich bis Ende 2026 abgeschlossen sein“ (Europäische Kommission). Eine Prognose, ob und wann die Umstellung endet, lässt sich daraus nicht ableiten.

Die Regelung selbst ist jünger, als man vermuten könnte. In der Bundesrepublik wurde die erneute Einführung der Sommerzeit 1978 beschlossen und trat 1980 in Kraft; „1996 schließlich wurden die unterschiedlichen Sommerzeitregelungen in der Europäischen Union vereinheitlicht“ (Wikipedia). Seitdem gilt in der Union derselbe Rhythmus. Bis sich daran etwas ändert, bleibt der hier beschriebene Ablauf zweimal im Jahr aktuell: tagsüber stellen, das eigene Kaliber kennen und an der Krone nichts erzwingen. Für den 25. Oktober heißt das konkret: ausschlafen, frühstücken und dann in Ruhe eine Uhr nach der anderen umstellen.